Abgabe-Tag- oder Die Qual der Wahl

Was wäre wenn du einen Tag lang deinen Diabetes an eine andere Person abgeben könntest? Würdest du es tun? Wenn ja, an wen und warum?

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Ein schwieriges, aber auch interessantes Thema zum Beginn der Blogwoche. Wen würde ich einen Tag lang „den Diabetes an den Hals wünschen“? Meinen schlimmsten Feind, aber nach kurzen Nachdenken ist mir eigentlich niemand eingefallen. Einem Troll im Internet, um Ihm eins auszuwischen? Zu unpersönlich und es hätte ja nichts mit der Sache an sich zu tun. Vielleicht jemanden in der Hilfsmittelabteilung, wenn wieder eine Ablehung für diverse Hilfsmittel kommt. Jemanden der an höherer Stelle etwas bewegen kann, damit er weiß, wie wichtig eine gute und auch moderne Versorgung für uns ist?

Natürlich würde ich gerne mal für einen Tag einfach nicht Diabetes haben. Der Tag wäre auch ziemlich vollgestopft, denn nach dem Frühstück gäbe es einen Vormittagsimbiss, gefolgt von einem Brunch, zum Kaffee und Kuchen… Ich verbiete mir selten etwas, aber es wäre doch irgendwie schon einmal schön nach Lust und Laune, ohne Sinn und Verstand schlemmen zu dürfen, ohne die Kohlehydratmenge und Insulinversorgung im Blick haben zu müssen.

Bleibt allerdings immer noch die Frage wer der glückliche Tauschpartner wäre. Wahrscheinlich würde ich mich für die letzte Variante entscheiden, dem hohen Tier, das mit darüber entscheidet, ob ein neues Insulin Mehrwert hat, ob eine neue CGM in den Hilfsmittelkartalog aufgenommen wird, ob Erleichterung im Alltag nicht doch ein sehr wichtiges Kriterium in der Diabetestherapie ist.

Das Problem ist: Würde denn der eine Tag reichen? Reicht ein Tag mit Typ 1 Diabetes um umfassend zu zeigen, wie die Krankheit den Alltag beeinflusst?
Diabetes ist nicht nur an einem Tag in der Woche isoliert, es sind die vielen Tage: Die Tage die gut laufen, die Tage die nicht so gut laufen, die Tage die die nächsten Tage beeinflussen, die Tage an denen wir gut mit der Krankheit klar kommen, und die Tage an denen wir die Krankheit verfluchen, da uns die letzten vielen Tage mit Diabetes einfach müde gemacht haben.
Ein Tag mit T1D kann eine kleine Kostprobe geben, wie ein Leben mit Diabetes ausschaut, aber leider nicht mehr. Vielleicht würde da eine Woche doch mehr bringen. Zumindest um zu zeigen, wie vielfältig sich diese Krankheit auswirkt.

Wahrscheinlich würde mir dieser eine Tag sehr viel mehr bringen wie meinem Tauschpartner, denn ich würde wohl auch die nächsten Tag noch in meinem Fresskoma liegen, und erst mal super Blutzuckerwerte haben, denn Kohlehydrate würde in den Folgetagen eher meiden.

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